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Studie: Afrikaner in Österreich fürchten Alltagsrassismus und Polizei

Von: News-Service (eigener Bericht)
Datum: 03.05.00
Uhrzeit: 07:19:33
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News

Ein Jahr nach dem dramatischen Tod des geknebelt abgeschobenen Flüchtlings Marcus Omofuma hat die Gemeinderätin der Wiener Grünen Maria Vassilakou gestern in Wien eine Studie über die Lebensumstände von Schwarzafrikanern in Österreich präsentiert. Das Ergebnis: Menschen mit dunkler Hautfarbe fühlen sich in Österreich oft nicht besonders sicher.

Vor allem die Frage nach dem "subjektiven Sicherheitsempfinden" hat ein bedenkliches Ergebnis gebracht. Afrikaner sind verstärkt persönlichen Angriffen ausgesetzt. Jeder zweite ist schon einmal auf der Straße oder in der U-Bahn von wildfremden Personen angepöbelt und wüst beschimpft worden, 20 Prozent von Polizisten.

Insgesamt haben 40 Prozent behauptet, bereits in Berührung mit der Exekutive gekommen zu sein. Rund 46 Prozent dieser Gruppe stuften das Verhalten der Beamten als "rassistisch" ein. 62 Prozent der Afrikaner haben laut Studie angegeben, dass es für sie "sehr schwierig" war, eine Wohnung zu finden. 46 Prozent waren der Meinung, dass dies mit ihrer Hautfarbe zu tun haben müsse.

Der rund 50 Seiten starke "kommentierte Situationsbericht" fußt auf der Befragung von rund 100 Personen in Wien sowie den Bundesländern und wurde von dem in Nigeria geborenen Wirtschaftswissenschafter Chukwubuike W. Ajaegbu verfasst.


Stand: 03. Mai 2000