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Obmann der Südtiroler Vokspartei: Auch deutschsprachige Südtiroler leiden unter den EU-Sanktionen

Von: Wiener Zeitung/News-Service
Datum: 26.05.00
Uhrzeit: 07:21:17
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Anlässlich der Tagung "Südtirol im neuen Europa“ im Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog in Wien äußerte der Obmann der Südtiroler Volkspartei, Siegfried Brugger, Zweifel an der Sinnhaftigkeit der EU-14-Sanktionen gegen Österreich.

Brugger erklärte, es gehe nicht an, dass wegen den Verfehlungen "einer gewissen Partei" ein ganzer Staat isoliert werde. Die "übertriebenen" Strafmaßnahmen seien schon deswegen kontraproduktiv, da sie "Demagogen" nützen und die Falschen treffen würden.

So hätte Italien die Ratifizierung eines gerade für Südtiroler wichtigen Gesetzes, in dem die Anerkennung von in Österreich erworbenen akademischen Titeln fixiert werden sollte, im Zuge der in Brüssel beschlossenen Sanktionsmaßnahmen für unbestimmte Zeit aufgeschoben. Es bestehe die Gefahr, dass Österreich angesichts seiner nunmehr eingeschränkten Möglichkeiten die traditionelle Rolle einer "Schutzmacht für Südtirol" nicht mehr gerecht werden könne, so Brugger.

Denn obwohl die Südtiroler Selbstbestimmungsbestrebungen gerade in den letzten Jahren unter der autonomiefreundlichen Mitte-Linksregierung in Rom große Erfolge zu verzeichnen gehabt habe, sei eine Fortführung dieser Entwicklung in Zukunft zumindest fraglich. Das Erstarken rechtsgerichteter, ausländerfeindlicher und postfaschistischer Kräfte in Italien lasse berechtigte Zweifel aufkommen, so Brugger. Vertreter dieser Parteien hätten bereits mehrfach angedroht, Südtirol den "Geldhahn abzudrehen".


Stand: 26. Mai 2000