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Kärntner Slowenen in Laibach: Slowenien müsse als "Beschützer der Minderheiteninteressen" auftreten

Von: Der Standard-online
Datum: 13.06.00
Uhrzeit: 09:10:20
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Eine Delegation des Koordinierungsausschusses der Kärntner Slowenen wurde am Montag in Laibach vom slowenischen Präsidenten Milan Kucan, dem neuen Regierungschef Andrej Bajuk und dem neuen Außenminister Lojze Peterle zu Gesprächen empfangen. Der Vorsitzende des Rates der Kärntner Slowenen, Bernard Sadovnik, sowie Valentin Sima vom Zentralverband slowenischer Organisationen erklärten anschließend vor der Presse, die Kärntner Minderheit stehe vor "neuen Herausforderungen und Möglichkeiten", da sich die österreichische Regierung "unter dem Mikroskop der Weltöffentlichkeit" befinde.

Doch gebe es auch Gefahren, da der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider Einfluss auf die Regierungspolitik habe, erklärte Sadovnik. Die junge Generation der Kärntner Slowenen benütze bereits Deutsch als Umgangssprache. Es sei notwendig gewesen, die jahrzehntelangen Streitigkeiten zwischen beiden Minderheitenorganisationen zu beenden und im Koordinierungsausschuss gemeinsam aufzutreten.

Valentin Sima sagte, bei den österreichischen politischen Parteien seien für die Minderheit "positive Bewegungen" zu verzeichnen. Die SPÖ habe eine Arbeitsgruppe für Minderheiten gegründet, Ähnliches bemerke man bei der ÖVP. "Das beste Gehör" für Minderheitenfragen sei jedoch bei den Grünen zu finden.

Der Artikel 7 des Staatsvertrages sei noch nicht erfüllt, erklärten die Vertreter des Koordinierungsausschusses. Slowenien als Nachfolger des Mitunterzeichners dieses Vertrags müsse als "Beschützer der Minderheiteninteressen" auftreten.


Stand: 13. Juni 2000