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Slowenenvertreter protestieren gegen Kärntner Landeslehrer-Objektivierungsgesetz

Von: Aussendung/eigener Bericht
Datum: 30.06.00
Uhrzeit: 07:06:40
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“Das von der Kärntner Landesregierung als Entwurf beschlossene sogenannte Landeslehrer-Objektivierungsgesetz ist aus der Sicht des zweisprachigen Schulwesens inakzeptabel”, sagte der Obmann des Zentralverbandes slowenischer Organisationen und Vorsitzende des Volksgruppenbeirates Dr. Marjan Sturm in einer Aussendung.

Weder die zweisprachige Qualifikation sei als Anstellungserfordernis vorgesehen, noch werde der Schulinspektor für das Minderheitenschulwesen in das Auswahlverfahren von Lehrkräften an zweisprachigen Schulen einbezogen.

“Daraus wird ersichtlich, dass die besonderen Bedingungen des zweisprachigen Schulwesens im Gesetzesentwurf der Landesregierung nicht berücksichtigt wurden. Dies steht eindeutig im Widerspruch zum Minderheitenschulgesetz,” erklärt Sturm. Weiters verweist er darauf, dass die Europäische Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten eine Verschlechterung bestehender Minderheitenschutzbestimmungen verbiete.

“Noch gravierender aber ist, dass der von Landeshauptmann Haider angekündigte “Volksgruppenkonsens“ in dieser Frage überhaupt nicht angestrebt worden ist”, so Sturm. Er werde umgehend den Koordinationsausschuss der Kärntner Slowenen einberufen, um die neu entstandene Situation zu beraten, heisst es abschließend in der Erklärung des Obmannes des Zentralverbandes slowenischer Organisationen.


Stand: 30. Juni 2000