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Minderheiten-Medienpolitik in anderen europäischen Ländern

Von: News-Service (Hintergrundinformation)
Datum: 14.07.00
Uhrzeit: 11:54:08
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News

Medienpolitik in anderen europäischen Ländern

Folgende Länder haben die Europäische Charta der Regional- oder Minderheiten-sprachen bereits ratifiziert: Kroatien, Finnland, Deutschland, Schweden, Norwegen, Niederlande, Schweiz, Ungarn, Liechtenstein

Alle Länder, die bisher unterzeichnet haben, haben sich für das duale System entschieden, d.h. sowohl im öffentlich rechtlichen (staatlichen) Rundfunk als auch im Privatradio die Regional- und Minderheitensprachen zu fördern, und zwar entweder über zielgruppenorientierte Programmteile oder ganztägige Radiostationen.

Das duale System ermöglicht eine genauere Zielgruppenorientierung, was besonders in mehrsprachigen Gebieten wichtig ist. Lokale Privatradios können sich an neue, junge Zielgruppe wenden (z.B. Antenne4), bestehende öffentlich rechtliche Sender versorgen ein älteres Zielpublikum. So kann eine differenziertere Zuhörerschaft innerhalb der Volksgruppen erreicht werden, Pluralismus wie auch Meinungsvielfalt sind ebenso gesichert!

Schweiz:

eigene Rundfunkanstalt für die Rätoromanen (öffentlich) auch TV(über 100 mio öS jährlich!); täglich 14 Stunden Radioprogramm; 70 Minuten/Woche TV-Beiträge 100 MitarbeiterInnen Gebührensplitting für Lokalradios mit besonderer Berücksichtigung von Minderheitensprachen

Finnland:

ganze Radiostation im öffentlich rechtlichen RF für Schwedisch und für Sami

Norwegen:

spezielle Programme für Sami; Zweijahreskurse für Journalisten in Sami 1977: 4 Std täglich gesendet

Deutschland:

Sorben in der Lausitz, 6 Stunden täglich Radio

Wales:

Ganztagsradio und eigener TV-Kanal

Italien:

Südtirol, Ganztagsradio in deutscher Sprache, RAI

Ladiner, tägliche Sendungen

Slowenen,Triest: Ganztagsradio, staatlich

Ungarn:

Slowaken, 870 min /Woche

Kroaten/Deutsche, 840 min/Woche, sowie 30 lokale Stationen, die in Minderheitensprachen berichten

Belgien:

Ganztagsradio öffentlich rechtlich für Deutsche

Im Vergleich dazu Österreich:

Kroaten, ORF, 294 min/Woche, (42 min täglich) Radio

derzeit noch: Burgenland, privates Lokalradio Antenne4, ganztags, mit mehrsprachigen Nachrichten und Sendeelementen in Roman, Ungarisch und Kroatisch, 6 Stunden tägliche Volksgruppensendungen

Slowenen in Kärnten: privat Korotan/Agora, ganztags

aber: Privatradios derzeit wegen Budgetkürzung akut gefährdet


Stand: 14. Juli 2000