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Brüssel drängt auf EU-Abkommen mit Liebkind Kroatien

Von: Die Presse-Online (Doris Kraus)
Datum: 20.07.00
Uhrzeit: 06:51:21
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News

Kroatien wird unter seiner neuer Regierung immer mehr zum politischen Hoffnungsträger der EU auf dem Balkan. Das stellte die EU-Kommission in Brüssel gestern, Mittwoch, neuerlich unter Beweis. Sie legte den Mitgliedsstaaten offiziell den Vorschlag vor, mit Kroatien Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen aufzunehmen. (...)

Der EU-Vertrag würde Kroatien den Freihandel mit der Europäischen Union ermöglichen und der EU die Ansiedlung von Betrieben in Kroatien erleichtern. Der zuständige Kommissar Chris Patten hofft dabei, daß EU-Staaten noch vor dem großen Balkangipfel Ende November grünes Licht für die Verhandlungen geben. Der Balkangipfel findet ebenfalls in Kroatien statt, und zwar entweder in Zagreb oder in Dubrovnik. Die offizielle Lesart ist laut Pattens Sprecher, daß es sich hier um "einen weiteren mutigen Schritt in Richtung Stabilisierung der Region handelt". Der EU-Kommissar selbst sprach von einem "Tribut" an die neue kroatische Regierung und ihren Mut zum Handeln. (...)

Gestützt wird das EU-Abkommen durch einen ständigen politischen Dialog. Kroatien wird in diesem Jahr von der EU 18,5 Millionen Euro (254 Millionen Schilling) erhalten. Seit 1991 sind insgesamt 360 Millionen Euro (4,95 Milliarden Schilling) nach Kroatien geflossen. Vom Haupttreffer, einer möglichen EU-Mitgliedschaft, bleibt Kroatien nach Meinung von Insidern allerdings weit entfernt. "Dafür ist es zu früh", heißt es in Brüssel. "Nicht alle sind davon überzeugt, daß die Demokratie in Kroatien wirklich sehr tiefgehend ist." (...)

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Stand: 20. Juli 2000