[ Reaktion | Vorwärts | Zurück | Nach oben ]

Slowenische Volksgruppe verstimmt über die FPÖ

Von: Kleine Zeitung - Online
Datum: 28.07.00
Uhrzeit: 08:31:57
Name des Remote-Computers: 212.183.93.9

News

Freitag beginnen die drei EU-Abgesandten ihren Lokalaugenschein in Österreich. Sie sollen im Auftrag den EU-14, die Sanktionen gegen Österreich verhängt haben, die politische Lage und die Natur der FPÖ überprüfen. Donnerstag kam die FPÖ-Spitze, die mit den Weisen die Gespräche führen wird, zum "einfachen Parteimitglied" Landeshauptmann Jörg Haider nach Kärnten.

Es habe sich nicht um eine "Befehlsausgabe" gehandelt, sagte Verteidigungsminister Herbert Scheibner, sondern man habe sich in Gesprächen mit Vertretern der slowenischen Volksgruppe und der Heimatverbände ein Bild über das Klima in Kärnten gemacht. Justizminister Dieter Böhmdorfer meinte, er habe in dem Gespräch den Eindruck gewonnen, das Klima für die Volksgruppe in Kärnten sei noch niemals so gut gewesen.

Beide slowenischen Organisationen verwahrten sich nach der FPÖ-Pressekonferenz gegen eine Vereinnahmung. Rudi Vouk vom Rat der Kärntner Slowenen forderte die FPÖ auf, bei der Wahrheit zu bleiben. Während die FPÖ der Öffentlichkeit das Bild zu vermitteln versuche, dass es in Kärnten keinerlei offene Volksgruppenprobleme gebe, hätten die Slowenenvertreter in dem Gespräch hingegen auf "zahlreiche offene Volksgruppenfragen" hingewiesen.

Der Zentralverband slowenischer Organisationen lehnte die Teilnahme an dem Gespräch mit der FPÖ von vornherein ab: Man sei nicht bereit, sich in dieser heiklen politischen Mission von der FPÖ für ihre politische Strategie missbrauchen zu lassen, sagte Vladimir Wakounig vom Zentralverband.


Stand: 28. Juli 2000