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SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Kuntzl fordert weitere Unterstützung für Volksgruppenradios

Von: SK-Presseaussendung
Datum: 31.07.00
Uhrzeit: 07:47:30
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Die blau-schwarze Koalition sei im Begriff, die Volksgruppenradios auszuhungern - und das, obwohl erst jüngst im Parlament die Staatszielbestimmung zum Schutz und zur Förderung der Volksgruppen beschlossen wurde, erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl gestern gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Dieser Beschluss sei aber zugleich auch Verpflichtung, so Kuntzl, die an Kanzler Schüssel und Staatssekretär Morak appellierte, diese auch wahrzunehmen, von den geplanten drastischen Kürzungen für die Volksgruppenradios Abstand zu nehmen und die Medien- und Kulturvielfalt zu erhalten und zu fördern.

Tatsache sei, dass die drei Volksgruppenradios (die Kärntner Sender "Radio Agora" und "Radio Korotan" sowie das burgenländische "Radio Mora"), die 1998 und 1999 vom Bund mit 15 Millionen Schilling gefördert wurden, nun nur mehr zehn Millionen Schilling bekommen sollen. Das würde eine Kürzung um ein Drittel gegenüber dem Vorjahresbudget bedeuten, d.h. anstelle von fünf Millionen für jedes Radio nur mehr 3,3 Millionen Schilling. Wie die Volksgruppenradios selbst zu Bedenken geben, sei mit diesem Betrag der Betrieb nicht mehr aufrecht zu erhalten. Zusätzlich sei zu beachten, dass zweisprachige Sendungen sehr arbeitsintensiv seien und mit den fünf Millionen ohnehin sehr knapp kalkuliert seien.

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin stellt daher, um ein Aus der wichtigen Minderheitenradios zu verhindern, folgende fünf Forderungen an Schüssel und Morak:

Keine Kürzung der bisherigen Fördersumme; eine zeitgerechte Information über die Jahresförderung (derzeit wurde noch keines der Volksgruppenradios offiziell über den Finanzierungbetrag für das Jahr 2000 informiert); ein längerfristiger Fördervertrag; eine gesetzliche Verankerung und Förderung freier Radios; die Erhaltung der Medienvielfalt für die Volksgruppen, um keinen Rückschritt in Kauf nehmen zu müssen.

"Minderheitenpolitik ist kein Orchideen-Thema, sondern ein wichtiger politischer Bereich, der einer sensiblen Vorgangsweise bedarf. Gerade der österreichischen Regierung, die ja unter kritischer Beobachtung steht, stünde es gut an, Volksgruppen nicht auszuhungern, sondern - ganz im Gegenteil - entsprechende Initiativen zu fördern", so Kuntzl abschließend.


Stand: 31. Juli 2000