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Bayrische Ehrung für Ceija Stojka und Willi Resetarits

Von: Kurier-Online/eigener Bericht
Datum: 04.08.00
Uhrzeit: 08:28:31
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Der nach dem Ehrenvorsitzenden der bayerischen Sozialdemokraten benannte "Josef-Felder-Preis" für Gemeinwohl und Zivilcourage wird in diesem Jahr an zwei prominente Minderheitenangehörige aus Österreich verliehen, und zwar an die österreichischen Künstler Ceija Stojka und Willi Resetarits alias Ostbahn-Kurti. Das berichtet die Tageszeitung „Kurier“ in der Online-Ausgabe. Ceija Stojka ist Angehörige der Roma in Österreich, Willi Resetarits ist Burgenlandkroate und stammt aus dem südburgenländischen Stinjaki/Stinatz. Beide Künstler leben derzeit in Wien.

Die Preisträger hätten sich große Verdienste um ein auf Toleranz und Verständnis gegründetes Zusammenleben von Menschen verschiedener Nationalitäten, Religionen und politischer Herkunft erworben, heißt es in der SPD-Mitteilung. Diese Verdienste müssten "in der gegenwärtigen innenpolitischen Situation" Österreichs besonders hervorgehoben werden.

Ceija Stojka ist Schriftstellerin, Malerin und Sängerin. Während der NS-Diktatur war sie als Roma in den Konzentrationslagern Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen inhaftiert. Ihre Aufzeichnungen "Wir leben im Verborgenen -- Erinnerungen einer Roma-Zigeunerin" waren lange Zeit die einzigen schriftlichen Zeugnisse von Roma oder Sinti über ihr Leiden unter der NS-Diktatur.

Willi Resetarits, der als Sänger unter dem Namen "Ostbahn-Kurti" und als Roman-Autor bekannt wurde, erhält die Auszeichnung für sein soziales Engagement für das von ihm initiierte und geleitete "Integrationshaus" in Wien. Dort finden Menschen, die vor Krieg und Menschenrechtsverletzungen nach Österreich geflüchtet sind, Unterkunft und psychosoziale Betreuung.


Stand: 04. August 2000