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Die Saterfriesen, eine der kleinsten Sprachgruppen Europas, bekamen zweisprachige Ortstafeln

Von: Eurolang-Online
Datum: 08.08.00
Uhrzeit: 12:08:06
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News

Im Juli hat Niedersachsens (Nordwestdeutschland) Verkehrsminister, Peter Fischer, das erste saterfriesische Ortsschild in der Ortschaft Ramsloh enthüllt. Das Städtchen heisst auf saterfriesisch Roomelse. Das geht aus einer Pressemitteilung des Ministeriums in Hannover hervor.

Die Saterfriesen waren bei ihrem Einsatz für die zweisprachigen Ortstafeln auf verschiedenen Verwaltungsebenen immer wieder auf Hindernisse gestossen. ‘Zwei- oder mehrsprachige Ortstafeln erfüllten keine verkehrliche Funktion und sorgten durch Übermass an Information für ein Ablenken des Kraftfahrers,’ lautete die Begründung.

Die Sondergenehmigung ist die erste und bisher einzige ihrer Art im Bundesland Niedersachsen. Der Verkehrsminister bezeichnet die Genehmigung als seinen Beitrag dazu, das Saterfriesisch zu schützen und zu fördern, und er verweist auf die Europäische Sprachencharta zum Schutz der Minderheitensprachen, die unter anderem die friesische Sprache in Deutschland schützt.

Bisher haben in Deutschland einige nordfriesische Gemeinden im Bundesland Schleswig-Holstein und sorbische Gemeinden in Brandenburg und Sachsen zweisprachige Ortstafeln. Laut der europäischen Minderheitenorganisation EBLUL gibt es etwa 2000 Saterfriesen, in der regionalen Zeitung Nordwest-Zeitung werden sie als die ‘kleinste Sprachinsel Europas’ bezeichnet.

Mehr dazu: http://www.eurolang.net


Stand: 08. August 2000