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Volkszählung 2001 wird wesentlich verkürzt, aber Frage nach Minderheitensprachen im Alltag bleibt

Von: News-Service (eigener Bericht)
Datum: 09.08.00
Uhrzeit: 03:07:45
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Der Ministerrat hat gestern beschlossen, die Volkszählung 2001 stark zu verkürzen. Statt 75 Fragen werden nur noch maximal 25 Fragen gestellt. Damit soll die Volkszählung billiger werden. Nach 2001 soll dann überhaupt ein laufendes Register an die Stelle der bisherigen Volkszählungen im Zehnjahresabstand treten.

Trotz der Verkürzungen bleibt die Frage nach den Umgangssprachen im Fragenkatalog. Bereits bei der Probezählung im Frühjahr 2000 - die allerdings noch in der umfangreicheren Version durchgeführt worden war – wurden darüber hinaus erstmals die Sprachen aller sechs anerkannten Volksgruppen Österreichs direkt abgefragt. Die Österreicherinnen und Österreicher konnten ankreuzen, ob sie eventuell neben der deutschen Sprache auch "Burgenlandkroatisch", "Romanes", "Tschechisch", "Slowakisch", "Slowenisch" oder "Ungarisch" als Umgangssprache im Alltag verwenden.

Bei der letzten Volkszählung 1991 war das Kroatische mit 29.596 dieverbreitetste Volksgruppensprache, gefolgt von Ungarisch mit 19.638, Slowenisch mit 19.289 und Tschechisch mit 9.822. Slowakisch und Romanes wurden 1991 nicht eigenständig abgefragt. Sämtliche Angaben beziehen sich nur auf österreichische Staatsbürger.

Seitens der Verwaltung werden die Ergebnisse der Volkszählung – im Sinne einer vergröberten statistischen Erfassung - regelmäßig zur Bestimmung der Siedlungsgebiete der Volksgruppen herangezogen, obwohl an sich nicht nach der Zugehörigkeit zu Volksgruppen, sondern auch der Verwendung von Sprachen im Alltag gefragt wird.


Stand: 09. August 2000