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Kreativer Protest: Katalanische Polizei erfindet neue Waffe im Arbeitskampf - den "Sprachstreik"

Von: Eurolang
Datum: 16.08.00
Uhrzeit: 10:24:34
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News

Die lokale Polizei im Städtchen Torrelló im katalanischen Teil Spaniens hat eine neue Waffe erfunden um ihren Arbeitsgeber, den lokalen Bürgermeister, unter Druck zu setzen, wenn sie streiken. So lange die Aktion dauert, sprechen die Beamten nur spanisch statt dem sonst alltäglichen Katalanisch. Im Nachbarort hatten Kollegen schon vor einem Jahr auf diese Weise Erfolge erzielt. Alle Polizisten im Städtchen Torrelló in Katalunien streiken derzeit um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erhalten. Dazu haben sie eine neue Methode gewählt, die ihnen sowohl die Aufmerksamkeit der Medien sichert, als auch arbeitsrechtliche Probleme löst, da sie ihre Arbeit nicht liegenlassen: sie haben sich für einen Sprachstreik entschieden.

Die 12.000 Einwohner Torrellós kennen einander einigermassen, und sie kennen auf jeden Fall die 17 Poliziebeamten der lokalen Polizei. Fast alle Einwohner sprechen katalanisch, und die Verwunderung ist gross, wenn sie in spanisch angesprochen werden. Die meisten reagierten mit einem Lächeln, wenn sie auf spanisch angesprochen werden, berichtet ein Beamter, der von einem ähnlichen Streik im Nachbarort Vic vor 18 Monaten zu berichten weiss. ‘Der Streik dort dauerte nicht lange,’ sagt er. ‘Der Bürgermeister konnte es nicht aushalten, dass alle ständig an seine Sturheit erinnert wurden.’

Die Polizisten in Torrelló hoffen auf Erfolg. Zur Zeit organisieren sie nur einzelne Tage mit spanischer Sprache, aber sie drohen, dass sie ab September nur noch spanisch sprechen, wenn man ihren Forderungen nicht nachkommt.

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Stand: 16. August 2000