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Russische Minderheit in Lettland: "Von Rußland verraten und vom Westen ignoriert"

Von: Dolomiten-Online
Datum: 05.09.00
Uhrzeit: 07:36:00
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News

Wie Fremde im eigenen Land fühlt sich die russische Minderheit in Lettland, seit das Land Anfang der 90er Jahre von Russland unabhängig wurde. Aleksandrs Rzavin vom Menschenrechtskomitee in Lettland schilderte im Rahmen einer Sommer-Akademie in Bozen die Lage der russischen Minderheit in seiner Heimat gegenüber der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ als sehr kritisch.

Aleksandrs Rzavin: „Ich bin selbst Angehöriger der russischen Minderheit in Lettland. Und wir fühlen uns als Fremde im eigenen Land. 44 Prozent der Gesamtbevölkerung sind nicht Letten, und in unseren Pässen ist vermerkt: Fremder bzw. Ausländer, obwohl wir seit Generationen in Lettland leben. Dem nicht genug - wir als „Staatenlose“ haben kein Wahlrecht, Lettisch ist die einzige Amtssprache, und meinen Namen muss ich in der lettischen Schreibweise führen. Auf den Punkt gebracht: Die Russen fühlen sich von Russland verraten, von Lettland betrogen und vom Westen ignoriert. Es macht sich Resignation breit. Und die so genannte Integration ist ein Versuch der Assimilierung.“


Stand: 05. September 2000