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US-Gericht lässt Klage von Minderheiten in Nigeria gegen Shell zu

Von: Frankfurter Rundschau
Datum: 16.09.00
Uhrzeit: 08:52:42
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Die US-Justiz hat eine Klage nigerianischer Menschenrechtler gegen den Ölkonzern Shell zugelassen. Ein Berufungsgericht in New York entschied Ende dieser Woche, das Unternehmen könne in den Vereinigten Staaten wegen seines Vorgehens in Nigeria belangt werden. Die Klage war vor fünf Jahren vom Sohn des hingerichteten nigerianischen Menschenrechtlers Ken Saro-Wiwa eingereicht und in erster Instanz abgewiesen worden.

Shell wird vorgeworfen, in Zusammenarbeit mit Polizei und Militär in Nigeria gegen das Volk der Ogoni vorgegangen zu sein. Wegen ihres Widerstandes gegen die Erdölförderung des Konzerns im Ogoni-Land seien Angehörige der Volksgruppe gefoltert und getötet worden, heißt es in der Klage. Grundlage für ein Verfahren gegen Shell ist ein US-Gesetz, wonach Folteropfer aus der ganzen Welt in den Vereinigten Staaten Schadenersatz von ihren Peinigern einklagen können.

Ken Saro-Wiwa und acht weitere Aktivisten der von ihm geführten Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes waren am 10. November 1995 gehenkt worden. Ein Sondergericht der Militärdiktatur hatte ihnen vier Morde vorgeworfen, was die Angeklagten bis zuletzt bestritten hatten.


Stand: 16. September 2000