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Burgenlandkroaten kritisieren geplante Studiengebühren - Minderheiten besonders schwer getroffen

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Datum: 21.09.00
Uhrzeit: 11:14:13
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„Wir lehnen die geplante Einführung von Studiengebühren für Hochschulen und Fachhochschulen strikt ab. Damit werden die burgenländischen Studentinnen und Studenten kraß benachteiligt und die Minderheiten besonders schwer getroffen“ erklärt die Vorsitzende des Kroatischen Akademikerklubs Silvija Resetarits.

„Für burgenländische Studentinnen und Studenten gestaltet sich das Studium ohnehin schon um einiges teurer als für Studierende in den Städten. Weil sie nicht bei den Eltern wohnen können, müssen Heimplätze oder ein zweiter Haushalt in Wien finanziert werden. Aufgrund des niedrigen Durchschittseinkommens im Burgenland ist es nochmal relativ teurer für burgenländische Eltern, ihre Kinder in Wien oder Graz studieren zu lassen. Mit der geplanten Studiengebühr steigen die Belastungen zusätzlich. Viele Eltern werden sich überlegen müssen, ob sie ein Studium noch finanzieren können“, so Resetarits.

„Genau das trifft die Minderheiten doppelt. Für sie ist es besonders wichtig, ausreichend qualifizierte und bestens ausgebildete junge Menschen in den eigenen Reihen zu haben. Nur so kann die sprachliche und kulturelle Entwicklung gesichert werden. Studiengebühren werden in der Praxis einen Teil der Jugend vom Zugang zur Hochschul- und Fachhochschulbildung ausschließen. Junge Leute, die die Voraussetzungen dazu hätten, werden aus sozialen Gründen ihre Fähigkeiten nicht entwickeln können. So wird intelektuelles Potential vergeudet. Das kann weder für die zukünftige Entwicklung des Burgenlandes, die in hohem Maße vom Humankapital abhängt, noch für die Minderheiten im Land gut sein“, schließt Resetarits.


Stand: 21. September 2000