[ Reaktion | Vorwärts | Zurück | Nach oben ]

Burgenlandkroaten fordern Verankerung von Minderheitenrechten in der EU-Grundrechtscharta

Von: News-Service (eigener Bericht)
Datum: 03.10.00
Uhrzeit: 10:00:15
Name des Remote-Computers: 212.183.88.49

News

„Die Grundrechtscharta der EU ist ein wichtiger Schritt für das Zusammenwachsen Europas. Das Fehlen konkreter Minderheitenrechte in der Charta ein bedenklicher Rück-Schritt um fast 50 Jahre. Wir fordern die konkrete Verankerung von Minderheitenrechten als mittlerweile allgemein anerkannten Bestandteil der Menschenrechte im Grundrechtskatalog der Europäischen Union“ erklärt die Vorsitzende des Kroatischen Akademikerklubs Silvija Resetarits.

„Der Europarat hat sich vor 50 Jahren in seiner Grundrechtscharta, der Europäischen Menschenrechtskonvention, mit einer ähnlich pauschalen Feststellung zur Nichtdiskriminierung von Minderheitenangehörigen begnügt, aber im letzten Jahrzehnt versucht, diesen Fehler durch Zusatzregelungen, wie die „Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten“ oder die „Charta der Regional- und Minderheitensprachen“ auszubessern. Es macht keinen Sinn, wenn die Europäischen Union jetzt den selben Fehler nochmal macht“, so Resetarits.

Gerade Minderheitenrechte, die gegenseitige Anerkennung von sprachlicher und kultureller Vielfalt, der Respekt vor den Besonderheiten des anderen und deren Schutz seien einer der zentralen Punkte für das Gelingen der europäischen Zusammenarbeit. „Deshalb ist es nicht nur im Interesse der Minderheitenangehörigen, sondern im Interesse der europäischen Idee insgesamt, Minderheitenrechte möglichst konkret und durchsetzbar als Teil der Grundwerte und Grundrechte der Europäischen Union in der Grundrechtscharta zu verankern“, fordert Resetarits.


Stand: 03. Oktober 2000