[ Reaktion | Vorwärts | Zurück | Nach oben ]

Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis 2000 geht an Initiatoren eines Antidiskriminierungs-Gesetzes

Von: News-Service (eigener Bericht)
Datum: 16.10.00
Uhrzeit: 10:12:19
Name des Remote-Computers: 212.183.94.69

News

Die Arbeitsgemeinschaft mehrerer nichtstaatlicher Menschenrechts- und Minderheitenorganisationen zur Ausarbeitung eines österreichischen Antidiskriminierungs-Gesetzes erhält heute abend in Wien den Preis der „Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte“.

Der Preis wird heuer an vier nationale und internationale Preisträger verliehen und ist mit insgesamt mehr als 500.000 Schilling dotiert. Die Laudatio anläßlich der Verleihung wird Altbundeskanzler Dr. Franz Vranitzky halten.

Für die Arbeitsgemeinschaft „Antidiskriminierungs-Gesetz“ werden Dr. Hannes Tretter, Direktor des Ludwig Boltzmann Institutes für Menschenrechte, und Dr. Cornelia Kogoj, Generalsekretärin der Initiative Minderheiten, den Menschenrechtspreis übernehmen.

Die Arbeitsgemeinschaft arbeitet seit 1998 an einem privaten Entwurf für ein österreichisches Antidiskriminierungs-Gesetz, das Opfern von rassistischer und minderheitenfeindlicher Diskriminierung die Möglichkeit geben soll, sich selbst durch rechtsstaatliche Mitteln gegen Benachteiligungen und minderheitenfeindliche Angriffe jeder Art zur Wehr zu setzen. Eckpfeiler des Entwurfs ist die Möglichkeit zur Klage auf Unterlassung und Schadenersatz wegen Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Rasse, ethnischer Herkunft, Behinderung, Weltanschauung, Religion und sexueller Orientierung.

Ein „Antidiskriminierungs-Gesetz“ für Österreich fehlt bisher. Nicht zuletzt aufgrund neuer Bestimmungen der Europäischen Union im Amsterdamer Vertrag sind alle Mitgliedstaaten der EU verpflichtet in ihrer Rechtsordnung derartige Regelungen zugunsten von diskriminierten Minderheiten zu schaffen.

Zur Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte: http://www.kreisky.org/human.rights


Stand: 16. Oktober 2000