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Südtiroler Volkspartei verteidigt umstrittene Volkszählung 2001 und ethnischen Bekenntniszwang

Von: Dolomiten/News-Service (Hintergrundinformation) 
Datum: 20.10.00
Uhrzeit: 09:02:58
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"Die Südtiroler Volkspartei wird an zwei Säulen des Minderheitenschutzes und der Autonomie, nämlich an einer gerechten Volkszählung und an einem ebenso gerechten Proporz, nicht rütteln lassen", erklärt SVP-Obmann Siegfried Brugger zur aktuellen Polemik über diese beiden Einrichtungen.

Zuletzt waren mehrere Personen in Hungerstreik getreten, um gegen die ethnische Zuordnungspolitik in Südtirol zu protestieren. Derzeit hat sich jede Südtirolerin und jeder Südtiroler in Volkszählungen zu den jeweiligen Sprachgruppen zu bekennen und hat dann auf Basis der Zählungsergebnisse und des eigenen Bekenntnisses Zugang zu öffentlichen Ämtern und Leistungen („Ethnischer Proporz“). Von den Kritikern wird dieses System als nicht mehr zeitgemäß abgelehnt. Es widerspreche der realen Situation, die nicht mehr von seperaten Sprachblöcken, sondern von Mehrsprachigkeit und Gemeinsamkeit geprägt sei.

"Die Volkszählung, so wie sie 1991 stattgefunden hat, bietet die besten Voraussetzungen, um den zahlenmäßigen Bestand der Sprachgruppen im Lande zu erheben und die Autonomiebestimmungen einschließlich Proporz demgemäß anzuwenden", stellt Brugger in einer Aussendung fest. Wer dieses Instrument der Befriedung und Gerechtigkeit verwässern oder gar abschaffen möchte, wolle Stabilität und politisches Miteinander im Lande zu Fall bringen. "Das ist ein Spiel, das die SVP nicht mitmachen wird", so Brugger. Ohne Volkszählung und Proporz sei ein effektiver Minderheitenschutz nicht möglich, "das zeigen viele Beispiele von Minderheiten, denen eine Zählung verweigert wird", stellt Brugger fest.


Stand: 20. Oktober 2000