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Burgenlandkroaten in Wien fordern Berücksichtigung in der "Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen"

Von: News-Service (eigener Bericht)
Datum: 21.12.00
Uhrzeit: 07:49:33
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News

„Wir begrüßen die Entscheidung des Ministerrates, die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen dem Nationalrat zur Ratifizierung vorzulegen“, erklärte der Vorsitzende des Burgenländisch-Kroatischen Kulturvereins in Wien, Stefan Pauer, nach Bekanntwerden des Beschlusses. Allerdings seien noch Nachbesserungen im vorgeschlagenen Text erforderlich. Auch die Position des kroatischen Beirates sei bisher noch nicht berücksichtigt worden.

„Uns geht es besonders darum, Burgenlandkroatisch auch für den Bereich der Bundeshauptstadt Wien in die Ratifikation einzubeziehen. Wir gehen davon aus, dass es nicht bei der derzeitigen Version des Regierungsvorschlages bleiben wird“, erklärte Pauer. Die derzeitige Version schränkt nämlich den Geltungsbereich der Charta auf Teile des Burgenland es ein, und das trotz entgegengesetzter Stellungnahmen des kroatischen Beirates.

„Das entspricht weder den rechtlichen noch den faktischen Gegebenheiten und dürfte wohl aus Versehen passiert sein. Schließlich sind die Burgenlandkroaten in Wien als Teil der kroatischen Volksgruppe anerkannt. Unbestritten ist auch die Bedeutung burgenlandkroatischer Einrichtungen in Wien für die kroatische Volksgruppe insgesamt: zumindest ein Viertel der Burgenlandkroaten lebt in Wien, es gibt immer mehr Volksgruppenangehörige, die Teile ihres Lebens sowohl in Wien als auch im Burgenland verbringen. Wenn die Republik Österreich also die kroatische Sprache sinnvoll fördern will, kann sie ihre Aktivitäten nicht auf die eine oder die andere Region beschränken. Das würde sogar den Zielen der Sprachencharta widersprechen“, so Pauer.


Stand: 21. Dezember 2000