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Plan der UN-Verwaltung: Serbische Familien sollen in den Kosovo zurückkehren

Von: Süddeutsche Zeitung
Datum: 15.01.01
Uhrzeit: 11:24:57
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Der Däne Hans Häkkerup tritt am heutigen Montag an die Stelle des bisherigen Chefs der UN-Verwaltung im Kosovo, Bernard Kouchner. Der Franzose Kouchner kündigte vor seiner Abreise am Wochenende eine erste Rückführung von tausend serbischen Familien in die Provinz an.

In dem Plan der Zivilverwaltung UNMIK zur Rückführung serbischer Flüchtlinge werden 20 Millionen Mark für den Bau von Häusern und Infrastruktur in vorwiegend von Serben bewohnten Dörfern um die Hauptstadt Pristina versprochen. Nach dem Ende des Kosovo-Kriegs der Nato mit Jugoslawien und dem Abzug der Belgrader Streitkräfte im Juni 1999 waren an die 200 000 Serben und Roma aus der Provinz vertrieben worden und geflüchtet.

Der Plan wurde dem serbisch-orthodoxen Kosovo-Bischof Artemije im Kloster Gracanica vorgestellt. Die Serben sahen bis zuletzt in Kouchner eher einen Freund der Albaner. In einer Abschiedsrede rief indes Kouchner die Albaner zu Toleranz auf und warnte vor der Gefahr, dass sie, als die früheren Opfer, in den Augen der Welt künftig als Bedrücker dastehen könnten. „Bitte, meine lieben Freunde, hört mit dem Töten auf“, sagte er in Pristina.


Stand: 15. Januar 2001