[ Reaktion | Vorwärts | Zurück | Nach oben ]

Stockholmer Konferenz fordert internationale Kooperation im Kampf gegen Rechtsextremismus und Minderheitenfeindlichkeit

Von: Berliner Zeitung
Datum: 31.01.01
Uhrzeit: 08:17:49
Name des Remote-Computers: 212.183.96.244

News

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat beim "Internationalen Forum gegen Intoleranz" in Stockholm scharfe Kritik an der ablehnenden Haltung europäischer Länder gegenüber Einwanderern geübt. Annan sagte vor dem Abschluss des zweitägigen Treffens mit 450 Delegierten aus 50 Ländern am Dienstag: "Bedauerlicherweise muss ich sagen, dass es Anzeichen dafür gibt, dass Europa seine Pflicht zum Schutz von Flüchtlingen nach international geltenden Gesetzen aus den Augen verliert." Er hoffe, "dass Schweden mit seiner ausgeprägten politischen Tradition von Toleranz und Menschenrechten die EU-Präsidentschaft für entsprechende Veränderungen nutzen wird."

In ihrer Abschlussdeklaration verurteilten die Konferenzteilnehmer aus Politik, Wissenschaft und unabhängigen Organisationen Fremdenhass und Rechtsextremismus in all ihren Formen. Die Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung müsse gerade auch mit rechtlichen Sanktionsmitteln weiter verstärkt werden, heißt es in dem Papier. In seiner Ansprache am ersten Sitzungstag betonte der schwedische Regierungschef, dass weltweit Demokratie und Menschenrechte durch unterschiedlichste Ausprägungen von Hass und Gewalt gegen Minderheiten bedroht seien. Man könne nicht die Erinnerung an den Holocaust wach halten und gleichzeitig dem Fremdenhass unserer Tage schweigend gegenüberstehen. Kein Akt von Fremdenhass und Intoleranz sei nur lokal begrenzt, er habe immer auch "Rückwirkungen über nationale Grenzen hinweg". Es sei daher an der Zeit, diesen Gefahren gemeinsam und international zu begegnen.

An die Medien erging der dringende Appell, Extremismus und Fremdenfeindlichkeit keine Plattform zu geben und die Journalisten dahingehend gezielt zu schulen.


Stand: 31. Januar 2001