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Regierungserklärung im Burgenland: Minderheiten spielen wichtige Rolle in der Zukunfstplanung

Von: News-Service (eigener Bericht)
Datum: 02.02.01
Uhrzeit: 07:41:49
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News

Gestern erläuterte der neue Landeshauptmann des Burgenlandes, Hans Niessl, im Landtag in Eisenstadt im Rahmen seiner ersten Regierungserklärung die Pläne der Landesregierung für die aktuelle Regierungsperiode. Bei mehreren Themenbereichen betonte Niessl ausdrücklich die Rolle der Minderheiten des Burgenlandes für die Zukunft des Landes.

WIRTSCHAFT:

Neben der fachlichen Qualifikation kommt weiteren Kriterien zunehmende Bedeutung zu. Insbesondere die Kenntnis mehrerer Sprachen schafft entscheidende Startvorteile für den Einzelnen und damit auch für die gesamte Wirtschaft. Sprachkenntnisse erhöhen auf allen Qualifikationsebenen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Wer über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügt, die mehrere Sprachen beherrschen, wird auf dem Markt erfolgreicher agieren können. Es ist daher ein Gebot der Stunde, dieser Anforderung auch im gesamten Bildungswesen Rechnung zu tragen. Die Forcierung des Fremdsprachenunterrichtes auf allen Bildungsebenen ist daher ein erklärter Schwerpunkt in der Arbeit der Landesregierung.

Die Mehrsprachigkeit unseres Landes kommt uns dabei noch als zusätzlicher Startvorteil zugute, weil wir damit leichteren Zugang zu den Märkten in Ungarn und Kroatien erhalten. Den Volksgruppen kommt in diesem Sinne auch eine wichtige Brückenfunktion auf der wirtschaftlichen Ebene zu. (...)

KULTUR UND IDENTITÄT:

Unverzichtbar für die burgenländische Identität sind die Beiträge unserer Volksgruppen. Unsere Aufgabe ist die Umsetzung gesetzlicher Schutz- und Förderungsmaßnahmen, aber darüber hinaus auch die aktive Förderung der Aktivitäten in den Volksgruppen. Ergänzend zu den Maßnahmen des Bundes, bei dem ja die Hauptkompetenz liegt, werden wir unsere Beiträge zur Pflege und Erhaltung von Sprache, Kultur und Medien unserer Kroaten, Ungarn und Roma leisten. (...)

EUREGIO PANNONIA:

Besonders wichtig wird auch die gemeinsame Vorbereitung mit den angrenzenden Regionen der Beitrittsländer sein. In dieser Frage sind wir anderen Bundesländern weit voraus, denn wir haben durch die EUREGIO PANNONIA ein sehr taugliches Instrument zur Hand. Dieses gemeinsame Forum mit den ungarischen Nachbarkomitaten muss daher in den nächsten Jahren sehr aktiv und konkret Entwicklungen einleiten und Vorbereitungen treffen.

Die Mitglieder der Landesregierung sind aufgerufen, sich hier einzubringen und ihre Beiträge zu leisten. Wir werden auch konkrete Projekte anbieten, die das gegenseitige Verständnis fördern und grenzüberschreitend Vertrauen schaffen. Das Kennenlernen der Sprache und Kultur, der Strukturen und gemeinsamer Interessen wird Inhalt dieser Projekte sein. Wir haben die Chance, gemeinsam als größere Region eine Position im Herzen unseres Kontinents zu erringen, die uns in das Spitzenfeld der erfolgreichen Regionen Europas bringt. (...)


Stand: 02. Februar 2001