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Vertreibung der Deutschen aus Tschechien: Zeman verurteilt Vertreibungsexzesse

Von: Stuttgarter Zeitung
Datum: 06.02.01
Uhrzeit: 10:04:03
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Der tschechische Ministerpräsident Milos Zeman hat die Exzesse während der Vertreibung der deutschen Minderheit nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilt. Besonders die damals gegen deutsche Antifaschisten angewandte Gewalt sei ein Fehler gewesen, sagte der Sozialdemokrat am Sonntag in Prag während einer Diskussionssendung des privaten Fernsehsenders "Prima".

Unabhängig davon könne man die Vertreibung jedoch nicht als Teil einer Geschichte ansehen, die erst 1945 begonnen habe, sagte Zeman. Er sei überzeugt, dass die klare Mehrheit der Sudetendeutschen Hitler unterstützt habe. Auch der Christdemokrat Cyril Svoboda äußerte sich in der Sendung kritisch zu damaligen Exzessen. Die Vertreibung sei eine Folge der Vorgänge in den 30er Jahren in der Tschechoslowakei sowie internationaler Verhandlungen gewesen, sagte Svoboda. Bis heute überlagert die Vergangenheit immer wieder die deutsch-tschechischen Beziehungen.


Stand: 06. Februar 2001